{"id":31,"date":"2008-12-15T17:30:47","date_gmt":"2008-12-15T16:30:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.adrianlang.de\/?p=31"},"modified":"2008-12-17T21:22:35","modified_gmt":"2008-12-17T20:22:35","slug":"%e2%80%9efrauen-an-die-macht%e2%80%9c-%e2%80%93-ein-3sat-thementag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/?p=31","title":{"rendered":"\u201eFrauen an die Macht\u201c \u2013 Ein 3sat-Thementag"},"content":{"rendered":"<p>Am 14. Dezember bot 3sat einen der seltenen Gr\u00fcnde f\u00fcr mich, die im Desktop-PC eingebaute TV-Karte in Betrieb zu nehmen: Einen ganzen Tag besch\u00e4ftigte sich der \u00f6ffentlich-rechtliche Sender mit Frauenbewegung, Feminismus und der Rolle der Frau fr\u00fcher wie heute. Aus Anlass des 90-j\u00e4hrigen Bestehens des Frauenwahlrechts in Deutschland und \u00d6sterreich sollte insbesondere beleuchtet werden, wie weit wir auf dem Weg zu \u201ewirkliche[r] Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen\u201c sind.<!--more--><\/p>\n<h3>Chronologie<\/h3>\n<p>Der Thementag begann um 6 Uhr morgens und endete um 3.50 Uhr am n\u00e4chsten Tag. Mein Einstieg stellte die deutsche Hera-Lind-Verfilmung \u201eDas Weibernest\u201c dar; Langweilig, unambitioniert, wenig emanzipiert. Karrierefrauen lassen sich in einer ZDF-Nachmittagsgeschichte vom selben Mann schw\u00e4ngern und zeigen\u2019s ihm am Ende richtig.<\/p>\n<p>Die beiden darauffolgenden Beitr\u00e4ge \u00fcber Frauen in naturwissenschaftlicher Forschung habe ich recht frustriert nur oberfl\u00e4chlich verfolgt; h\u00e4ngen bleiben konnte der Satz \u201eIch glaube, dass Frauen an Probleml\u00f6sungen grunds\u00e4tzlich anders herangehen\u201c. Es folgte \u201e1.000 Frauen und ein Traum\u201c, eine Dokumentation \u00fcber eine Kampagne, die 1000 Frauen aus 151 L\u00e4ndern f\u00fcr den Friedensnobelpreis 2005 nominierte. Der Film bot interessante Einblicke in die T\u00e4tigkeit beeindruckender Frauen aus der ganzen Welt. Noch w\u00e4hrend des Films habe ich einen kurzen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/PeaceWomen_Across_the_Globe\">Wikipediaartikel \u00fcber \u201ePeaceWomen Across the Globe\u201c<\/a> angelegt. \u201eWeiblich, allein, \u00fcber 50 sucht&#8230; Frauen auf Partnerschau\u201c bot wenig Neues.<\/p>\n<p>\u201eFrauen, die Prosecco trinken\u201c nach einem Roman von Marlene Faro war die zweite TV-Romanverfilmung des Tages. Die Themen blieben im von \u201eWeibernest\u201c abgesteckten Feld: Karriere, Kinder, chauvinistische M\u00e4nner, starke Frauen, Schwangerschaft. \u201eUngeschminkt: Jane Fonda \u2013 James Lipton im Gespr\u00e4ch mit Jane Fonda\u201c war sehr interessant, habe es leider nicht ganz sehen k\u00f6nnen. Auch die n\u00e4chsten Programmteile habe ich verpasst, bis um 20:15 mit \u201eAlles, was Recht ist! 90 Jahre Frauenwahlrecht\u201c eine Dokumentation zur Erk\u00e4mpfung des Frauenwahlrechts in \u00d6sterreich begann. Eine Dreiviertelstunde konnten sich geneigte Zuschauer daran erinnern lassen, dass Feminismus auch im deutschsprachigen Raum keine Erfindung der 1960er Jahre ist.<\/p>\n<p>Den H\u00f6hepunkt des Tages stellte die Virginia-Woolf-Verfilmung \u201eOrlando\u201c aus dem Jahr 1992 dar. \u00c4sthetisch und intellektuell hochwertig, wenig expressiv. Es empfiehlt sich sehr, vorher zumindest eine Zusammenfassung der Handlung zu lesen. Das Simone-de-Beauvoir-Portr\u00e4t bot einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber Leben und Wirken. \u201eDiese Liebe\u201c \u00fcber Marguerite Duras und ihre Beziehung zum 30 Jahre j\u00fcngeren Yann Andr\u00e9a habe ich nur noch zur H\u00e4lfte gesehen. Interessantere Beitr\u00e4ge mit internationaler Ausrichtung wurden leider in die sp\u00e4te Nacht verbannt und konnten so wohl kein gro\u00dfes Publikum erreichen.<\/p>\n<h3>Bewertung<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend wichtige Frauen des 20. Jahrhunderts zwar sehr unterschiedlich, aber doch \u00fcberzeugend behandelt wurden, lie\u00dfen die aktuellen Beitr\u00e4ge stark zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Insbesondere die beiden ersten beschriebenen Spielfilme vermittelten den Eindruck, f\u00fcr den Thementag w\u00e4ren einfach Versatzst\u00fccke mit der Beschriftung \u201eFrau\u201c aneinandergeh\u00e4ngt worden. Wenn die aktuellen Beitr\u00e4ge f\u00fcr einen Moment inhaltlich relevant wurden, gab es Entt\u00e4uschendes zu h\u00f6ren. Zur\u00fcck bleibt der Eindruck, es ginge heute nicht um Gleichheit, sondern um Macht. Gehofft wird nicht auf eine <a href=\"http:\/\/www.aliceschwarzer.de\/124.html\" title=\"Alice Schwarzer: \u201eDie Zukunft ist menschlich\u201c\">menschliche Zukunft<\/a>, sondern das \u201eJahrhundert der Frauen\u201c \u2013 Egalia l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Passend dazu habe ich mich vor einigen Tagen bereits \u00fcber ein <a title=\"Maedchenmannschaft: \u201eOpfer f\u00fcr die Uni-Karriere\u201c\" href=\"http:\/\/maedchenmannschaft.net\/opfer-fur-die-uni-karriere\/\">Interview<\/a> mit der Biologin und Nobelpreis-Tr\u00e4gerin Christiane N\u00fcsslein-Volhard im Blog Maedchenmannschaft ge\u00e4rgert, die bsw. nach Geschlechtern getrennten Unterricht in naturwissenschaftlichen F\u00e4chern vorschlug. Anstatt gegen \u00fcberkommene Rollenbilder und Ungleichheiten anzuk\u00e4mpfen, wird Ungleichbehandlung so gefestigt. In den Vereinigten Staaten wird der Gedanke weitergedacht und mit der Anpassung des Unterrichts an die Geschlechterrollen <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/schule\/schule\/unterricht\/unterricht_aid_135682.html\" title=\"Focus online: \u201eWild f\u00fcr Jungs, sanft f\u00fcr M\u00e4dchen\u201c\">experimentiert<\/a> \u2013 Gruppenarbeit f\u00fcr die M\u00e4dchen, Football f\u00fcr die Jungen. Feminismus 2.0.<\/p>\n<h3>Links<\/h3>\n<ul>\n<li>\u201e<a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/specials\/129028\/index.html\">Frauen an die Macht<\/a>\u201c bei 3sat online<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2008\/12\/14\/drk_20081214_2337_f243a1cb.mp3\">Bericht<\/a> von Klaudia Wick im Deutschlandradio Kultur<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 14. 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