{"id":573,"date":"2009-06-25T19:46:53","date_gmt":"2009-06-25T18:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.adrianlang.de\/?p=573"},"modified":"2017-05-20T15:50:29","modified_gmt":"2017-05-20T14:50:29","slug":"nichts-sehen-nichts-horen-nichts-sagen-%e2%80%93-munkler-fefe-beckedahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/?p=573","title":{"rendered":"Nichts sehen, nichts h\u00f6ren, nichts sagen \u2013 M\u00fcnkler, Fefe, Beckedahl"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten Tage habe ich damit zugebracht, die erkleckliche Menge ungelesener Blogbeitr\u00e4ge in meinem Feedreader aufzuholen. Das f\u00fchrte leider zu einer ganzen Menge \u00c4rger \u00fcber die deutsche Blogszene, die sich gerade f\u00fcr unglaublich m\u00e4chtig und ihre Themen f\u00fcr herausragend wichtig h\u00e4lt \u2013 Dazu kommt noch eine geh\u00f6rige Portion beleidigt sein wegen dieser fiesen Politiker. Als w\u00e4re in Deutschland bis vor zwei Wochen alles prima gewesen. Dieser Egozentrismus langweilt mich, und ich m\u00f6chte mich jetzt auch nicht weiter mit ihm besch\u00e4ftigen. Worauf ich aber eingehen m\u00f6chte ist eine inhaltliche Sache, die letzte Woche zu Internetsperren gelaufen ist.<!--more--><\/p>\n<div class=\"alignright\" style=\"margin: 0pt 0.6em 0.6em; width: 300px;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Herfried M\u00fcnkler\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/herfried_munkler1-300x203.jpg\" alt=\"Herfried M\u00fcnkler\" width=\"300\" height=\"203\" \/><\/p>\n<div class=\"image-desc\"><a title=\"Bildbeschreibungsseite auf Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/Image:Herfried_M\u00fcnkler.jpg\">Herfried M\u00fcnkler<\/a> von <a title=\"Benutzer:Amrei-Marie in Wikipedia, die freie Enzyklop\u00e4die\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Benutzer:Amrei-Marie\">Benutzer:Amrei-Marie<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p>Es geht um <a title=\"\u201eHerfried M\u00fcnkler\u201c in Wikipedia, die freie Enzyklop\u00e4die\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herfried_M%C3%BCnkler\">Herfried M\u00fcnklers<\/a> Kolumne \u201e<a title=\"Herfried M\u00fcnkler: \u201eNetz-Anarchos und trojanische Pferde\u201c\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/1800776_Kolumne-Netz-Anarchos-und-trojanische-Pferde.html\">Netz-Anarchos und trojanische Pferde<\/a>\u201c \u2013 mit Sicherheit keine Glanzleistung des Politikprofessors, aber die Reaktionen von Netzpolitik.org und Fefe haben mich wirklich ge\u00e4rgert. Es geht los mit Markus Beckedahls \u201e<a title=\"Markus Beckedahl: \u201eHerfried M\u00fcnkler k\u00e4mpft gegen das Internet\u201c\" href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2009\/herfried-muenkler-kaempft-gegen-das-internet\/\">Herfried M\u00fcnkler k\u00e4mpft gegen das Internet<\/a>\u201c. Als erstes wird dort M\u00fcnklers Satz \u201eDas Gesetzesvorhaben sollte blo\u00df sicherstellen, dass das, was f\u00fcr Printmedien gilt, auch im Internet gelten soll: dass der Erwerb von Kinderpornografie unter Strafe steht.\u201c kritisiert. Ich wei\u00df nicht, was mit dem Gesetzesvorhaben wirklich erreicht werden soll. Klar ist allerdings, dass der Erwerb von Kinderpornographie im Internet praktisch nicht sanktioniert ist. Jede Person kann ohne rechtliche Folgen f\u00fcrchten zu m\u00fcssen solches Material erreichen. Wenn noch die Konzepte der \u201eJugendpornographie\u201c und \u201eAnscheinsminderj\u00e4hrigkeit\u201c mit einbezogen werden, und das werden sie, dann m\u00f6chte ich sogar behaupten dass nahezu jeder Internetnutzer bereits solche Abbildungen gesehen hat. Beckedahl antwortet jedoch auf diesen Satz mit \u201eDer Erwerb von Kinderpornographie ist schon lange in Deutschland verboten!\u201c Das ist nicht nur rein formal (Verh\u00e4ltnis von \u201eVerbot\u201c und \u201eunter Strafe stehen\u201c) eine unpassende Antwort, er ignoriert damit auch den Umstand der praktischen Straffreiheit. Nach getaner Arbeit sieht sich Beckedahl von weiterer inhaltlicher Argumentation freigestellt und versucht sich in einem Fefe-Abklatsch. Nur dass letzterer meistens wei\u00df wann es ordentliche Hetze braucht und das dann auch ordentlich durchzieht.<\/p>\n<p>Leider stellt <a title=\"Felix von Leitner: \u201eKrass, die Desinformationskampagne der gleichgeschalteten Presse l\u00e4uft an\u201c\" href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b4c78275\">seine M\u00fcnkler-Reaktion<\/a> eine erw\u00e4hnenswerte Ausnahme zu dieser Behauptung dar. Los geht es im klassischen Fefe-Stil mit einer Verschw\u00f6rungstheorie nebenbei, denn es handelt sich bei M\u00fcnklers Text um nichts weniger als einen Teil der \u201eDesinformationskampagne der gleichgeschalteten Presse\u201c. Jeden anderen Blogger w\u00fcrde ich daf\u00fcr auslachen wie lange er gebraucht hat um zu erkennen wie Presse im Kapitalismus funktioniert, aber Fefe wei\u00df das gl\u00fccklicherweise und bezieht seine Kritik nicht auf die Internetsperren-Diskussion im Speziellen. Zum Inhalt hat Fefe aber auch etwas zu sagen, und zwar meint er in der Aussage \u201edass Eigentum im Internet nichts gelten w\u00fcrde\u201c eine der \u201e\u00fcblichen L\u00fcgen\u201c erkannt zu haben. Als einziges Argument zu dieser Aussage schreibt Fefe \u201eDomains kosten Geld\u201c. Allein schon weil ein Gro\u00dfteil des Internets gar nicht auf eigenen Domains stattfindet ist dieser Hinweis unverst\u00e4ndlich, vor allem aber steht die behauptete Aussage auch gar nicht in dem Text. Was M\u00fcnkler wirklich geschrieben hatte, war: \u201eDiese Position einer prinzipiellen Verbotsabwehr verbindet sich mit der Auffassung, in der virtuellen Welt des Internets h\u00e4tten die Eigentumsanspr\u00fcche, wie sie in der realen Welt erhoben werden, keine Geltung, sondern m\u00fcssten einer kostenfreien Nutzung durch alle zug\u00e4nglich sein\u201c. Nun, genau diese Auffassung steht hinter dem Konzept der freien Software! (Ein <a title=\"GNU: \u201eThe Free Software Definition\u201c\" href=\"http:\/\/www.gnu.org\/philosophy\/free-sw.html\">Konzept<\/a>, das beispielsweise in dem von Markus Beckedahl mit betriebenen Newthinking Store an der Wand verewigt ist) Und selbstverst\u00e4ndlich verbindet sich dieser Gedanke oft mit einer extremen Abneigung gegen Eingriffe in die Freiheit des Internets. Ebenso wie Beckedahl st\u00f6rt sich auch Fefe an einer ungeschickten Formulierung, die andeutet, es w\u00fcrde sich bei den Kritikern der Netzsperren ausschlie\u00dflich um Kriminelle, Anarchisten und Kommunisten handeln. Wie M\u00fcnkler in einer <a title=\"Herfried M\u00fcnkler: \u201eHier ist Ideologie im Spiel\u201c\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/1803746_Internetsperren-Hier-ist-Ideologie-im-Spiel.html\">Reaktion auf die Reaktionen<\/a> deutlich macht, meinte er lediglich, dass sich auch solche Personen unter die Menge gemischt haben.<\/p>\n<p>Paradoxerweise leugnen die lautesten Verteidiger des freien Internets all das, was den Freiraum Internet ausmacht. Selbstverst\u00e4ndlich geht es da um Pornographie, um Gl\u00fccksspiele, um Linksradikale und Nazis. Selbstverst\u00e4ndlich ist das Medium Internet ein Medium des Kopierens, und niemand dort schert sich um Urheberrechte. Auch klassische Medien nicht, auch Bildagenturen nicht, und erst recht keine Blogger. Die einzigen Leute dort, die sich mit Urheberrechten besch\u00e4ftigen, sind die Freie-Kultur-Dogmatiker, die es versuchen abzuschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Tage habe ich damit zugebracht, die erkleckliche Menge ungelesener Blogbeitr\u00e4ge in meinem Feedreader aufzuholen. Das f\u00fchrte leider zu einer ganzen Menge \u00c4rger \u00fcber die deutsche Blogszene, die sich gerade f\u00fcr unglaublich m\u00e4chtig und ihre Themen f\u00fcr herausragend wichtig h\u00e4lt \u2013 Dazu kommt noch eine geh\u00f6rige Portion beleidigt sein wegen dieser fiesen Politiker. Als &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/blog.adrianheine.de\/?p=573\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Nichts sehen, nichts h\u00f6ren, nichts sagen \u2013 M\u00fcnkler, Fefe, Beckedahl&#8220;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,22],"tags":[215,140,25,335,161,333,248,178,334],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=573"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1005,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions\/1005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}