{"id":715,"date":"2009-10-08T17:24:17","date_gmt":"2009-10-08T16:24:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.adrianlang.de\/?p=715"},"modified":"2009-10-08T17:24:17","modified_gmt":"2009-10-08T16:24:17","slug":"keine-frauenzeitschriftenrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/?p=715","title":{"rendered":"Keine Frauenzeitschriftenrevolution"},"content":{"rendered":"<p>Die Brigitte m\u00f6chte ab n\u00e4chstem Jahr \u201eohne Models\u201c arbeiten und stattdessen auf Amateure zur\u00fcckgreifen. Daf\u00fcr startet sie die gleichnamige Kampagne und verk\u00fcndet den Beginn einer \u201eneuen Epoche\u201c. Neben allerlei Individualismus- und Graswurzelfeierei wird als Begr\u00fcndung auch der Umstand genannt, dass professionelle Models mittlerweile zu \u201ed\u00fcrr\u201c w\u00e4ren. Warum das ganze dennoch kein <a href=\"http:\/\/maedchenmannschaft.net\/die-frauenzeitschriftenrevolution\/\" title=\"Susanne: \u201eDie Frauenzeitschriftenrevolution\u201c in der M\u00e4dchenmannschaft\">Meilenstein<\/a> im Kampf gegen Lookism und Sexism ist.<!--more--><\/p>\n<p>Die Brigitteredaktion sieht sich selbst als Opfer: Modelabels w\u00fcrden so kleine Kleidung liefern, dass zwangsl\u00e4ufig entsprechend d\u00fcnne Modelle zum Einsatz k\u00e4men. Als besondere Absurdit\u00e4t m\u00fcssten die Ergebnisse hinterher mit Photoshop bearbeitet werden, um die Frauen \u201enat\u00fcrlicher\u201c erscheinen zu lassen. Damit ist jetzt Schluss \u2013 ab Januar 2010 sollen nur noch \u201enormale\u201c Frauen mit \u201enormalen\u201c Figuren im gr\u00f6\u00dften deutschen Frauenmagazin zu sehen sein.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich werden Photos von zu d\u00fcnnen Models <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/2006\/12\/20\/editors-making-skinny-mod_n_36776.html\" title=\"Katharine Zaleski: \u201eEditors Making Skinny Models Look &quot;Fatter&quot; With Photoshop Touchups...\u201c in The Huffington Post\">regelm\u00e4\u00dfig<\/a> nachbearbeitet. Dabei geht es jedoch nicht darum, die Proportionen \u201enat\u00fcrlicher\u201c erscheinen zu lassen; lediglich die als un\u00e4sthetisch empfundenen Aspekte des Untergewichts sollen verschwinden: Herausstechende H\u00fcftknochen, das Dekollet\u00e9 oder die Seiten verunstaltende Rippen, unregelm\u00e4\u00dfige Oberschenkel. Von einem \u201e<a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b435a04e\" title=\"Felix von Leitner: \u201eLacher des Tages: Brigitte will keine kommerziellen Models mehr, nur noch &quot;normale Frauen&quot;\u201c in Fefes Blog\">auf normal dick photoshoppen<\/a>\u201c kann also nicht die Rede sein. Das Ideal ist immer noch absurd d\u00fcnn, aber gleichzeitig gesund und nicht knochig.<\/p>\n<p>Die Brigitte findet diese selbst jahrelang gelebte nun Praxis \u201epervers\u201c und m\u00f6chte jetzt auf die Beschwerden von Leserinnen eingehen, die sich mit den abgebildeten Models nicht identifizieren konnten. Dass die jetzt rekrutierten Amateurmodels wirklich die im Schnitt 46-j\u00e4hrigen Brigitteleserin repr\u00e4sentieren werden, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Auch der <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/lifeandstyle\/2009\/sep\/02\/lizzie-miller-model-fat\" title=\"Naomi Alderman: \u201eToo fat to be a model? The picture that caused a storm in the fashion world\u201c im The Guardian\">Fall der Lizzie Miller<\/a> macht deutlich, dass die Modeszene sehr weit von der Realit\u00e4t entfernt ist.<\/p>\n<p>Die Aktion der Brigitte ist also kein Paradigmenwechsel \u2013 Frauen sollen weiterhin einem d\u00fcnnen Sch\u00f6nheitsideal entsprechen. Ganz im Gegenteil wird die Idealisierung sogar noch versch\u00e4rft, in dem negative Aspekte der D\u00fcnnheit nicht akzeptiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Brigitte m\u00f6chte ab n\u00e4chstem Jahr \u201eohne Models\u201c arbeiten und stattdessen auf Amateure zur\u00fcckgreifen. Daf\u00fcr startet sie die gleichnamige Kampagne und verk\u00fcndet den Beginn einer \u201eneuen Epoche\u201c. Neben allerlei Individualismus- und Graswurzelfeierei wird als Begr\u00fcndung auch der Umstand genannt, dass professionelle Models mittlerweile zu \u201ed\u00fcrr\u201c w\u00e4ren. Warum das ganze dennoch kein Meilenstein im Kampf gegen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/blog.adrianheine.de\/?p=715\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Keine Frauenzeitschriftenrevolution&#8220;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[395,399,215,400,194,397,401,398,396],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/715"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=715"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/715\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":716,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/715\/revisions\/716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}