{"id":909,"date":"2012-05-21T13:09:22","date_gmt":"2012-05-21T12:09:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.adrianlang.de\/?p=909"},"modified":"2012-05-26T06:42:43","modified_gmt":"2012-05-26T05:42:43","slug":"gendercamp-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/?p=909","title":{"rendered":"GenderCamp 2012"},"content":{"rendered":"<p>Ein paar ungeordnete, nicht-stringente Punkte von mir zum <time datetime=\"2012-05\">diesj\u00e4hrigen<\/time> <a href=\"\/\/gendercamp.de\">GenderCamp<\/a>:<!--more--><\/p>\n<h2>Allgemeines Erleben<\/h2>\n<p>Ich habe das GenderCamp pers\u00f6nlich als gro\u00dfartig wahrgenommen, zumindest bis zum <time datetime=\"2012-05-19\">Samstagabend<\/time> (dazu sp\u00e4ter mehr). Ich habe allerdings wahrgenommen, dass das nicht allen so erging. Dar\u00fcber hinaus frage ich mich, wie viele Menschen, die die bisherigen GenderCamps nicht als angenehm erlebt haben, gar nicht erst gekommen sind oder (mir) nicht mehr so pr\u00e4sent waren. Ich habe diesen Vorgang als tendenzielle Entdiversifizierung und Heterosexualisierung wahrgenommen.<\/p>\n<h2>Kinder und Kollektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Pr\u00e4senz von Kindern aus\/in\/mit ausschlie\u00dflich von mir als hetero-, cis- und monosexuell wahrgenommenen Familienkonstellationen war vermutlich wesentlich f\u00fcr diese verst\u00e4rkte Wahrnehmung und Pr\u00e4senz solcher hetero-, cis- und monosexuell lebender Personen.<\/p>\n<p>Bisher hatte ich bei kollektiver Kinderbetreuung haupts\u00e4chlich an die Bezugspersonen der Kinder und die Kinder selbst gedacht. Das GenderCamp hat mir eine deutliche Perspektive auf die betreuenden Personen und den sozialen Raum in dem die Betreuung stattfindet, ge\u00f6ffnet. Die Kinderbetreuung hat meinem Empfinden nach die dominante Sichtbarkeit der o. g. Lebensentw\u00fcrfe deutlich gemindert.<\/p>\n<p>Ich betrachte kollektive Kinderbetreuung (auf politischen Veranstaltungen) jetzt auch als Chance, die gesellschaftlich dominanten Formen von Kollektivit\u00e4t (mit Kindern) zeitweise zu \u00f6ffnen. Mein Ziel w\u00e4re es dabei, Menschen, deren Verh\u00e4ltnis zu Kindern eher schmerzhaft oder von Unsicherheit gepr\u00e4gt ist, positive Erfahrungen von Kollektivit\u00e4t (mit Kindern) zu erm\u00f6glichen. Schlussendlich kann queere Kollektiv\u00e4t aber nur dadurch Pr\u00e4senz und Realit\u00e4t erreichen, dass queere Kollektivit\u00e4ten selbst pr\u00e4sent werden und f\u00fcr Queers als begehr- und erreichbar erscheinen, nicht durch die vor\u00fcbergehende und unwesentliche \u00d6ffnung weniger queerer Kollektivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Ich fand den Vortrag \u201e<a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/45392\">Die unm\u00f6gliche M\u00f6glichkeit queerer Kollektivit\u00e4t<\/a>\u201c von Mike Laufenberg und Bini Adamczak sehr hilfreich zur Frage queerer Kollektivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Aus meiner Bezugsperson-Perspektive hat die Kinderbetreuung gro\u00dfartig funktioniert, ich konnte viele Veranstaltungen besuchen und die Kinder und Betreuenden schienen viel Spa\u00df zu haben.<\/p>\n<p>Ich bin sehr gespannt auf das <time datetime=\"2012-07\">diesj\u00e4hrige<\/time> <a href=\"http:\/\/wlmw.blogsport.de\/\">Wer lebt mit wem, warum und wie?<\/a>, das ich als gleichzeitig queerer und kinderfreundlicher erlebt habe.<\/p>\n<h2>Kritik<\/h2>\n<p>Ich hatte das Gef\u00fchl, dass sehr viele Ressourcen in solidarische Kritik gingen, w\u00e4hrend wichtigere und l\u00f6sbarere Probleme nicht angesprochen wurden. Ich habe daf\u00fcr auch keine L\u00f6sung.<\/p>\n<h2>Awareness und Orga<\/h2>\n<p>Das Awareness-Team hat aus meiner Sicht im Vorfeld gro\u00dfartige Arbeit geleistet. Die vorgeschlagenen Werkzeuge wurden \u00fcberall wo ich war gerne genutzt und haben einen deutlichen Effekt gehabt. Ich habe selbst noch nie so viel \u00fcber mein (Gespr\u00e4chs-)Verhalten nachgedacht.<\/p>\n<p>Ich denke allerdings, dass sich Awareness- und vermutlich auch Orga-Team deutlich \u00fcberfordert haben, sp\u00e4testens auf dem GenderCamp, vielleicht auch schon vorher. Wenn ich richtig gez\u00e4hlt habe war rund ein Drittel der Teilnehmer_innen in einer der beiden Gruppen und damit quasi Vollzeit mit der Orga besch\u00e4ftigt. Dieses Verh\u00e4ltnis scheint mir v\u00f6llig absurd und sehr problematisch. Das Ergebnis davon war, dass ein Drittel der Teilnehmer_innen kaum teilnehmen konnten, sie gro\u00dfe Lasten tragen mussten und teilweise als ausschlie\u00dfende und negative Gruppe wahrgenommen wurden.<\/p>\n<h2>Wissenshierarchien<\/h2>\n<p>Ein weitere Konsequenz war eine heftig ungleiche Verteilung von Informationen. Am <time datetime=\"2012-05-19\">Samstagabend<\/time> gab es ein gemeinsames Plenum von Awareness- und Orga-Gruppe. Manche wussten, dass dieses Plenum stattfindet, andere nicht. Manche wussten teilweise, worum es geht, andere nicht. Viele haben hinterher manches erfahren, viele nicht.<\/p>\n<p>Ich kann nachvollziehen, dass bestimmte Diskussionen nicht in der gesamten Gruppe gef\u00fchrt werden sollen und bestimmte Informationen nicht f\u00fcr alle gedacht sind. Ich kann nachvollziehen, dass Personen Kritik m\u00f6glicherweise nicht \u00fcben, wenn sie f\u00fcrchten m\u00fcssen, dass diese im Gesamtplenum ausgebreitet und diskutiert wird. Ich finde es genauso verst\u00e4ndlich, dass die Menschen aus Orga- und Awareness-Gruppen \u00fcber belastende Themen mit bestimmten Personen reden wollen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist aber aus meiner Sicht katastrophal: Wissen und Unsicherheit wird ungleich entlang den Linien pers\u00f6nlicher Beziehungen und sozialer Positionen verteilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein paar ungeordnete, nicht-stringente Punkte von mir zum diesj\u00e4hrigen GenderCamp:<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[165,3,22],"tags":[564,560,561,562,402,563],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=909"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":912,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909\/revisions\/912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.adrianheine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}