Life is Strange

»Life is Strange« ist ein furchtbares Spiel. Es wird dafür gepriesen, »schwierige« Themen anzusprechen und emotional berührend zu sein. Was dabei unter den Tisch fällt, ist, was das Spiel zu diesen Themen sagt, welche Emotionen es auslöst und wie es mit ihnen umgeht. Weil ich nach rund fünf Jahren beim Gedanken an »Life is Strange« immer noch einen Kloß im Hals habe schreibe ich jetzt nur ein paar einzelne Punkte und dann den Versuch einer Synthese. „Life is Strange“ weiterlesen

Der Hungerstreik der letzten Generation und die liberale Klimagerechtigkeitsbewegung

Seit mittlerweile acht Tagen läuft in Berlin ein »Hungerstreik der letzten Generation« von sieben jungen Menschen. Sie verlangen im Hinblick auf die Klimakrise ein Gespräch mit den Kanzler_innenkandidat_innen der Grünen, SPD und CDU sowie die Einberufung eines Bürger_innenrats nach Bildung einer neuen Bundesregierung. Meiner Meinung nach steht die Aktion in der Tradition von Fridays for Future und Extinction Rebellion und ist aus deren liberaler Perspektive ein logischer nächster Schritt. „Der Hungerstreik der letzten Generation und die liberale Klimagerechtigkeitsbewegung“ weiterlesen

Lesenotizen zu »France’s War in the Sahel and the Evolution of Counter-Insurgency Doctrine«

Ich hab heute via ACOUP Michael Shurkins »France’s War in the Sahel and the Evolution of Counter-Insurgency Doctrine« gelesen. Es handelt sich dabei um einen längeren Artikel zu französischen und allgemein westlichen Militäreinsatzen in spät- und postkolonialer Zeit anhand eines aktuellen Einsatzes in Zentralafrika aus Sicht eines bürgerlichen Politikwissenschaftlers. Meine (nicht erschöpfenden) Lesenotizen sind dabei so umfangreich geworden dass ich sie schnell hier veröffentliche. Am Ende kommen noch kurz ein paar Gedanken von mir dazu. „Lesenotizen zu »France’s War in the Sahel and the Evolution of Counter-Insurgency Doctrine«“ weiterlesen

Die Welt verändern?

Ich bin schon lange auf der Suche nach politischen Aktivitäten, die möglichst effektiv sind, am meisten verändern, am ehesten revolutionäres Potential haben. Wenn ich stattdessen lokal arbeite, oder zu einer spezifischen Sache, dann werfe ich mir oft vor, damit meinen Anspruch auf gesamtgesellschaftlichen Wandel aufzugeben. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass das ein grundsätzlich falscher Gedanke ist. „Die Welt verändern?“ weiterlesen

Gedenken an Novemberpogrome in Berlin

Am nächsten Montag, dem 9. November 2020, wird es 82 Jahre her sein, dass mit den Novemberpogromen die massenhafte und flächendeckende Vernichtung jüdischen Lebens und jüdischer Menschen in Deutschland und Europa begann (mehr Informationen über die Novemberpogrome gibt es beim Jüdischen Museum Berlin). Seit 30 Jahren gibt es in Moabit an diesem Tag eine antifaschistische Kundgebung & Demonstration. Im Jahr 2020 scheint das Erinnern an die Novemberpogrome wieder einmal nötiger und dringlicher als je zu vor. Antisemitische und faschistische Anschläge und Angriffe häufen sich, rechtsoffene Verschwörungstheoretiker*innen demonstrieren. Es wird wieder und weiter gemordet, gehetzt und gemunkelt.

Gleichzeitig ist während einer Pandemie öffentliches, gemeinsames Gedenken und Erinnern aber auch schwieriger. Viele Veranstaltungen werden ausfallen oder eingeschränkt stattfinden, viele Menschen werden nicht durch die Stadt fahren oder sich in Gruppen begeben wollen. Anstelle der traditionellen antifaschistischen Demonstration in Moabit, die ich seit vielen Jahren besuche, wird es dieses Jahr nur eine Kundgebung geben, und die Anreise möchte ich gerne vermeiden. Daher habe ich alternative Möglichkeiten des Gedenkens in Berlin gesammelt. „Gedenken an Novemberpogrome in Berlin“ weiterlesen

Queer genug sein

Ich glaube, viele queere Menschen haben zeitweise das Gefühl, ihre Identität oder (Selbst-)Bezeichnung fälschlich zu nutzen – manche nennen das »Queer impostor syndrome«. Ich möchte ein paar Überlegungen zu Selbstdefinition, Normen, Passing, Zweifeln und meine eigenen Erfahrungen damit beschreiben. Warnung zum weiteren Inhalt: Ich führe dieses Gefühl auf zum Teil internalisierte zum Beispiel sexistische Sortierungsmechanismen zurück, und die werde ich beschreiben. Ich hoffe dass es für einige hilfreich ist, zu lesen, dass auch andere Menschen mit solchen Zweifeln kämpfen, aber überlegt ob grad der richtige Moment dafür ist. „Queer genug sein“ weiterlesen